„Gutes Kostümbild bedeutet für mich zuerst die Vision der Regie zu verstehen, meine Eigene zu entwickeln, gemeinsam für die Charaktere des Drehbuchs einen Lebenslauf zu entwerfen und diesen mit den Schauspielern bei den Anproben sichtbar werden zu lassen, ggf. zu variieren und auszubauen.

Sich einfühlen, verstehen was Kleidung mit uns macht. Wie stehe ich in diesem oder jenem Kostüm da? Wann wird ein Kostüm lebendig? (sicher nicht erst, wenn es gut patiniert ist), wann wirkt es einfach nur übergestülpt?

Oft sind es Kleinigkeiten, Ticks, kaum wirklich sichtbar, wie beispielsweise ein schiefer Absatz, ein Schmuckstück, das fast nicht erscheint, im Spiel jedoch immer latent wahrnehmbar ist und das Gesamtbild unterstreicht.

Was hilft dem Schauspieler von Seiten des Kostüms der zu werden, den er in der jeweiligen Geschichte authentisch darstellt?

Was suggeriert ein Kostüm darüber hinaus, welche Assoziationen kommen mir und dem Betrachter?

All das kann Kostüm, können Farben, Materialien transportieren – immer gerne in enger Zusammenarbeit mit Ausstattung und Maske, Kamera und Licht.

Das ist es, was mich auch nach 23 Jahren weiterhin an meinem Beruf fasziniert.“


Anna Schmidbauer, Kostümbildnerin